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Betriebe wünschen sich mehr Flexibilität (06.05.2011)

76 mittelständische Unternehmen des produzierenden und des Gastgewerbes nahmen an der Online-Befragung teil. Die Antworten zeigen, dass eine Reihe von Unternehmen bereit ist, Verbesserungspotenziale durch Arbeitszeitgestaltung zu nutzen. „In fast jedem zweiten Unternehmen werden regelmäßig Überstunden geleistet, um Mehrarbeit aufzufangen“, erklärt Hans-Henning Kraeter, Gesamtprojektleiter für das Projekt ArbeitsZeitGewinn beim RKW Hessen. „Mit flexiblen Gestaltungsmodellen wie etwa Arbeitszeitkonten lässt sich die Arbeit oft besser verteilen.“ Auf Teilzeitarbeit setzen bereits zwei Drittel der befragten Unternehmen. Sie können der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienen. Den gleitenden Übergang aus dem Beruf in den Ruhestand bieten lediglich ein Viertel der Unternehmen bereits an, darunter nahezu keine kleinen und Kleinstbetriebe.
Wie die Erhebung weiter zeigt, sind Gleitzeitmodelle sowie die sogenannte „Vertrauensarbeitszeit“ auf dem Vormarsch. In diesen Modellen genießen die Beschäftigten selbst mehr Gestaltungsspielraum für ihre Arbeitszeiten. Vertrauensarbeitszeit wird bereits von einem Drittel der befragten Unternehmen praktiziert, Gleitzeit sogar von der Hälfte.
Arbeitszeitkonten erhöhen Flexibilität
Große Veränderungspotenziale für Unternehmen liegen laut der RKW-Umfrage insbesondere in den Bereichen Arbeitszeitkonten, Teilzeitarbeit und Gleitzeitmodelle. Für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sind Arbeitszeitkonten von Interesse. Diese versprechen ein deutliches Plus an Flexibilität bei der Aufgabenverteilung. Gerade kleine und mittlere Betriebe haben hier noch deutlichen Nachholbedarf. Erfreulich ist jedoch: Schon fast 40 Prozent der Unternehmen haben ihren Mitarbeitern ein Mitspracherecht bei der Arbeitszeitgestaltung eingeräumt.
Die Umfrage gibt ebenso Aufschluss über die Ziele, die Unternehmen mit der Gestaltung der Arbeitszeit verfolgen. „Nahezu 80 Prozent der befragten Firmen nennen hier betriebswirtschaftliche Motive wie etwa die Steigerung der Produktivität. Den ‚langfristigen Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit‘ und die ‚Gesunderhaltung der Beschäftigten‘ betrachten 69 Prozent als wichtig“, berichtet Hans-Henning Kraeter. „Insgesamt scheint der beginnende Fachkräftemangel eine Trendumkehr in Richtung auf eine stärkere Berücksichtigung von Mitarbeiterwünschen zu bewirken“, so der Projektleiter weiter.
Als besondere Herausforderung bei der Einführung flexiblerer Arbeitszeitmodelle schätzen rund ein Drittel der Befragten sowohl Vorbehalte der Beschäftigten als auch den damit verbundenen Aufwand ein. Fehlende Kenntnisse in Sachen Arbeitszeitgestaltung nennt jeder vierte Befragte. Vor diesem Hintergrund wollen das RKW Kompetenzzentrum und das RKW Hessen mit seinem Beratungsangebot Unternehmen bei der Einführung und Optimierung flexibler Arbeitszeitmodelle unterstützen.
Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Befragung sowie dem Projekt ArbeitsZeitGewinn gibt es im Internet unter: http://www.arbeits-zeit-gewinn.de/.
Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte und von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fachlich begleitete Projekt "ArbeitsZeitGewinn" wird vom RKW Hessen in Kooperation mit der FOM Hochschule für Oekonomie & Management sowie dem RKW Kompetenzzentrum durchgeführt. Projektträger ist die Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH.
Beratungspartner des Mittelstands
Das Projekt ArbeitsZeitGewinn unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in der Modellregion Hessen bei der Nutzung des Gestaltungspotenzials, das mit Arbeitszeitmodellen verbunden ist. Durch eine griffige Kurzanalyse und gezielte Beratung erkennen Unternehmen rasch und unkompliziert die betrieblichen Handlungsfelder, in denen Veränderungen einen Nutzen versprechen. Eine genaue Diskussion der Analyseergebnisse und die fachlich fundierte Unterstützung bei der Umsetzung sind dann die Inhalte einer mehrtägigen Arbeitszeitberatung.

 


 

Pressekontakt:

RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V.
Kompetenzzentrum
Kathrin Großheim, Telefon 06196 495-2813, E-Mail: k.grossheim@rkw.de,
Düsseldorfer Str. 40, 65760 Eschborn, www.rkw-kompetenzzentrum.de/presse

Quelle/Urheber:

Demographischer Wandel in derArbeitswelt

Ein Informationsdienst des hessischen RKW-Arbeitskreises "Gesundheit im Betrieb"
 

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